Wenn der Beckenboden seine Aufgaben nicht mehr richtig wahrnimmt, kann das zu verschiedenen Problemen führen. Eines dieser Probleme ist die Inkontinenz.
Wir sprechen von Inkontinenz, wenn Urin, Stuhl oder Wind weggeht, ohne dass dies gewollt ist.
Leider ist die Inkontinenz noch immer für viele Menschen ein Tabuthema, welches aus Schamgefühl und ungenügenden Kenntnissen über mögliche Behandlungen verschwiegen wird. Obwohl sich viele Betroffene durch unfreiwilligen Harn- oder Stuhlverlust in ihrer Bewegungsfreiheit und Selbständigkeit eingeschränkt fühlen, scheuen sie das klärende Gespräch mit dem Arzt. Nur jede/jeder Fünfte sucht medizinische Hilfe. Oft werden jahrelang Inkontinenzeinlagen und Windeln benutzt.
Mit Beckenbodentraining können bei Harn- und Stuhlinkontinenz sehr gute Erfolge erzielt werden, Vorausgesetzt wird jedoch eine aktive Mitarbeit der Betroffenen.
Formen der Inkontinenz:
- Belastungsinkontinenz:
Von allen Formen der Inkontinenz, kommt die Belastungsinkontinenz am häufigsten vor.
Man kann sagen, dass die Störung bei dieser Form der Inkontinenz beim Verschlusssystem (Beckenboden) liegt. Wenn dieser schwach ist und dann noch zusätzliche plötzliche Druckveränderungen im Bauchraum auftreten, wie z.B. Husten, Niesen, Hüpfen, Bergabgehen, schwer Heben, Rennen, Tennis usw. kann passieren dass die Betroffene Urin, Stuhl oder Wind ungewollt ablässt. - Überaktive Blase / Dranginkontinenz
Bei dieser Inkontinenzform kommt es zu einem überfallartigen Harndrang, der so plötzlich kommt, dass es die Patienten oft nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen. Der Drang ist meist sehr stark und oft sogar schmerzhaft. Betroffene gehen immer wieder auf die Toilette, obwohl die Blase noch nicht annähernd gefüllt ist. - Stuhlinkontinenz
Diese Form von Inkontinenz ist meist noch ein größeres Tabuthema. Hier kommt es zu unwillkürlichen Abgang von Wind oder Stuhl.