Schuhe hatten immer schon den Zweck, die Füße vor Kälte und vor gefährlichen Untergründen zu schützen und unseren Komfort zu erhöhen. Seitdem Schuhe ein Modeaccessoire und ein Objekt der gesellschaftlichen Identifikation geworden sind, haben diese neuen Werte zur Entwicklung der Schuhe beigetragen. Laufschuhe haben seit den 70er Jahren einen wichtigen Fortschritt in Technologie und Design gemacht und wurden dabei von der Marktpolitik der Hersteller angeführt.

Heutzutage gibt es verschiedene von den Herstellern patentierte Systeme für die Stoßdämpfung und für die Unterstützung des Fußgewölbes zur Kontrolle der Pronation des Fußes. Die Auswahl für den Kunden ist groß. Doch leider verfügt dieser fast nie über die notwenigen Kompetenzen, um zu entscheiden, welches das geeignete Produkt für ihn ist.

Daher versuchen wir, ein wenig Klarheit zu schaffen:

Heutzutage hat die Wissenschaft große Schwierigkeiten, zu beweisen, dass ein Schuh mit gedämpfter Sohle besser als ein minimalistischer Schuh ist. (1) Man hat auch versucht, festzustellen, dass die Höhe des Fußbettes im Schuh wichtig ist, doch die Ergebnisse sind unklar (2). Gleichermaßen schwierig ist es, zu beweisen, dass die sogenannten „Pronatoren“ häufiger an Verletzungen leiden (3, 4, 5).

Studien konnten jedoch immer beweisen, dass Schuhe mit gedämpfter Sohle im Vergleich zu minimalistischen Schuhen oder dem nackten Fuß mehr Stoßkräfte (6, 7, 8), mehr Geschwindigkeit (9) und eine stärkere Belastung für das Patellofemoralgelenk (10, 11) verursachen.

Andere Studien zeigen, dass Schuhe mit starker Dämpfung den metabolischen Verbrauch beim Laufen und somit den Energiekonsum im Vergleich zu minimalistischen Schuhen oder dem nackten Fuß erhöhen (8, 12, 13, 14, 15).

Die Wissenschaft sagt immer, dass gedämpfte Sohlen die Mechanismen, die der Körper beim Laufen mit minimalistischen Schuhen oder barfuß verwenden würde, um auf eine natürliche Art Stöße zu dämpfen, verändert. In wenigen Worten, je mehr Dämpfung ein Schuh hat, desto mehr kann ich belasten, ohne mich zu sorgen- denn es ist der Schuh der die Arbeit leistet, die sonst der Körper leisten müsste… Und das scheint unlogisch zu sein, was die Gesundheit betrifft (6, 7, 9, 10, 11, 16, 17, 18).

Außerdem scheint es, als würden diese hypertechnologischen Schuhe die Läufer zu einem ineffizienten Laufen veranlassen und die Kadenz reduzieren (8, 12, 20), die Zeit des Bodenkontaktes erhöhen (8, 16, 20, 21) und eine unnatürliche Position der Tibia und des Fußes während des Auftretens verursachen (7, 8, 12, 16, 21, 22). Dabei würde die vordere Beinmuskulatur angeblich mehr eingesetzt werden, als die hintere.

Somit stehen wir vor einem nicht unwesentlichen Problem:

Die wissenschaftliche Literatur sagt, dass man in die Vergangenheit in Richtung Barfußlaufen zurückkehren sollte und der Markt sagt das genaue Gegenteil. Ich halte mich für einen Mann der Wissenschaft und daher könnt ihr euch vorstellen, wem ich Recht gebe. Doch das bedeutet nicht, dass es in meinem Schrank an Schuhen mit hinreißendem Design mangelt.

Um euch bei der Wahl der Schuhe zu helfen, fassen wir für euch die wesentlichen Punkte zusammen, die die Wissenschaft bis heute bietet:

Die Form der Füße sollte nicht die Schuhwahl leiten.

Die gedämpfte Sohle reduziert die Belastungen für Knochen und Gelenke nicht, sondern sie steigert sie (mit Ausnahme der Belastung für die Füße).

Moderne Schuhe beeinflussen die Biomechanik des Laufens und fördern eine weniger effiziente und potenziell traumatischere Lauftechnik.

Daher wäre es offensichtlicher zu denken, dass das Barfußlaufen gesünder sei, aber Achtung, eine siegreiche Mannschaft soll man bekanntlich nicht auswechseln… Wenn ihr es gewohnt seid, auf eine bestimmte Art und Weise zu laufen (zum Beispiel mit der Ferse auftretend) und wenn ihr glückliche Besitzer gedämpfter Schuhe seid, dann seid unbesorgt. Oder besser noch, ändert nichts daran, wenn ihr bis jetzt keine Probleme hattet. Unser Körper hat sich angepasst und solange ihr ihn nicht misshandelt und die Quantität der Belastung (Anzahl und Intensität der Trainingseinheiten) ändert werdet ihr kaum von Verletzungen begleitet werden.

Wenn euch Verletzungen jedoch immer wieder begleiten, dann stellt euch ruhig einige Fragen. Es muss nicht unbedingt die Schuld der Schuhe sein, aber wer weiß…

Mein Rat: wendet euch an einen Experten… der Wissenschaft und nicht der Schuhe.