Wie viele von Euch hatten schon einmal Rückenschmerzen, die stärker waren und länger anhielten als gewöhnlich? Und wie viele von Euch haben sich in dieser Situation gefragt, ob eine gründlichere Untersuchung notwendig sei? Wie oft wurde Euch von Freunden oder Eltern empfohlen, Euch einer Radiographie-, einer Computertomographie- oder einer Magnetresonanzuntersuchung zu unterziehen? „So beseitigst du deine Zweifel“, lautet oft das Argument von Freunden oder Eltern.

Da Ihr wahrscheinlich nicht die einzigen seid, die sich in einer solchen Situation befinden, versuchen wir nun ein wenig Klarheit zu schaffen.

MRT, Radiographie und CT sind diagnostische Bildgebungsverfahren, welche Bilder unseres Körperinneren produzieren/widergeben. Sie können unerlässlich zur Diagnose und zur Therapie einiger Erkrankungen sein, doch bei Rückenschmerzen ohne spezifische Alarmzeichen gehören sie nicht zur Untersuchung erster Wahl. In der Tat verbessern sich Rückenschmerzen bei den meisten Personen innerhalb weniger Tage, unabhängig davon, ob sie eine Magnetresonanz-, Röntgen- oder Computertomographieuntersuchung durchgeführt haben. Außerdem werden unserem Körper durch Röntgenuntersuchungen Strahlen zugeführt, die es zu vermeiden gilt, falls nicht unbedingt notwendig.

Wenn du an Rückenschmerzen leidest und dich nun fragst, ob es notwendig sei, eine dieser Untersuchungen durchzuführen, raten wir Dir folgendes: habe Geduld, kläre zusammen mit Deinem Hausarzt oder Deinem Physiotherapeuten die Situation ab. Das bedeutet nicht, dass du passiv abwarten sollst, bis die Schmerzen von alleine verschwinden. Du kannst die Situation aktiv in die Hand nehmen und mit Rehabilitationsmaßnahmen wie Physiotherapie, Übungen oder körperlicher Aktivität beginnen. So können Symptome gelindert und Dein Heilungsprozess beschleunigt werden. Falls sich die Beschwerden trotz Physiotherapie und Übungen nicht bessern oder bei Vorhandensein von Alarmzeichen ist es empfehlenswert, Kontakt zu einem Spezialisten (Physiotherapeuten und/oder Arzt) aufzunehmen. Wende dich bei Alarmzeichen wie plötzlichem ungewollten Gewichtsverlust, Nachtschmerzen, anhaltendem Fieber, akutem Trauma, Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Urin- bzw. Stuhlinkontinenz, neurologischen Defiziten (Kraftverlust, Kribbeln oder Ameisenlaufen, Sensibilitätsverlust) oder Tumorerkrankungen in der Vorgeschichte an einen Spezialisten und kläre gemeinsam mit ihm die Notwendigkeit eines bildgebenden Verfahrens ab.