Wie schon im vorherigen Artikel erwähnt, ist die erste Behandlung der Arthrose pharmakologisch. Man beginnt meist mit klassischen Schmerzmitteln wie Paracetamol und fährt anschließend mit intraartikulären Corticosteroiden fort. Falls sich dieser Ansatz nicht mehr als wirksam erweist, geht man zur Prothetik über. Zwischen dem ersten Termin beim Hausarzt und dem Termin mit dem orthopädischen Chirurgen entsteht eine zeitliche Lücke. In dieser Zeitspanne kann die Pathologie fortschreiten, ohne dass man etwas gegen das Voranschreiten der Erkrankung unternimmt, denn durch eine Steigerung der Medikamentendosis werden lediglich die Symptome gelindert. Genau in diesem Zeitraum kann jedoch mehr gemacht werden, um die Lebensqualität zu steigern, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen und den OP- Termin zu verschieben- in vielen Fällen kann eine OP sogar vermieden werden.
Unser Körper hat eine angeborene Fähigkeit zur Regeneration, wir müssen nur die richtigen Voraussetzungen dafür schaffen. Das Knochengewebe verändert sich kontinuierlich, abhängig von den Reizen, die es bekommt. Wenn es belastet wird, wird es fähiger, den Belastungen standzuhalten. Wenn wir es keiner Belastung aussetzen, wird das knöcherne Skelett immer schwächer werden. Genau aus diesem Grund stützt sich die Arthrosetherapie auf das Prinzip, einen adäquaten Reiz zu setzen, damit die knöchernen Strukturen der täglichen Belastung besser standhalten können. Es macht keinen Sinn, lange Pausen einzulegen, um die Gelenke zu schonen oder Sportarten ohne Gewichtsbelastung auszuüben, wie zum Beispiel Schwimmen.
Eine indirekte Folge der Arthrose ist eine Schwächung der Muskulatur. Instinktiv brechen wir unsere Aktivitäten aufgrund der Schmerzen ab und dies führt zu einer Reduktion der Muskelkraft. Daher besteht das Therapieziel in einer Kräftigung der betroffenen Muskulatur, um die Bewegung im Alltag und die Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten zu fördern und so das Gelenk zu stimulieren und dessen Heilung zu fördern.
Wie wissenschaftliche Studien zeigen, besteht die Therapie unter Anleitung eines spezialisierten Therapeuten aus der Ausführung von gezielten Übungen mit dem Ziel der Muskelkräftigung, der Verbesserung der Lebensqualität und der Erhöhung der Gewichtsbelastung der knöchernen Strukturen, um so eine Wiederaufnahme aller Aktivitäten des tägliches Lebens zu erreichen.
Wir sollten die Angst, unsere Kniegelenke zu zerstören, zurücklassen und sie in Motivation umwandeln, um all das, was uns gefällt, wieder zu unternehmen.